
Wahl heute: Berlin und Mecklenburg-Vorpommern entscheiden – erste Hochrechnungen ab 18 Uhr
Wahl heute: Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – Prognosen, Ergebnisse und wichtige Entwicklungen
Stand: 20. September 2026, Wahlabend
In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben am Sonntag die Wahlen stattgefunden. In der Hauptstadt wurde ein neues Abgeordnetenhaus gewählt, außerdem fanden in allen zwölf Bezirken die Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) statt. In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein neuer Landtag gewählt. Die Wahllokale waren von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Rund 2,49 Millionen Menschen waren in Berlin für die Abgeordnetenhauswahl wahlberechtigt, in Mecklenburg-Vorpommern rund 1,3 Millionen.
Seit 18 Uhr ist der Wahlabend in die entscheidende Phase gegangen. Die Prognosen werden unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht, anschließend folgen Hochrechnungen auf Basis bereits ausgezählter Stimmen. Für Berlin werden die ersten amtlichen Auszählungsstände seit etwa 19:30 Uhr veröffentlicht. Das vorläufige Ergebnis der Berliner Wahlen wird nach Angaben der Landeswahlleitung gegen 1:30 Uhr in der Nacht zu Montag erwartet.
Was heute gewählt wurde
In Berlin ging es um das 20. Abgeordnetenhaus. Die Wahl findet in 78 Wahlkreisen statt. Gleichzeitig wurden die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen neu gewählt. Bei der BVV-Wahl sind zusätzlich in Berlin lebende Staatsangehörige anderer EU-Mitgliedstaaten wahlberechtigt. Für die Abgeordnetenhauswahl waren 2.487.318 Menschen registriert.
Eine Besonderheit der Berlin-Wahl 2026 ist das Wahlalter. Erstmals konnten auch 16- und 17-jährige Berlinerinnen und Berliner mit deutscher Staatsangehörigkeit an der Abgeordnetenhauswahl teilnehmen. Bei der BVV-Wahl gilt das Wahlrecht ebenfalls ab 16 Jahren.
In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Landtag für eine neue fünfjährige Wahlperiode gewählt. Insgesamt standen 71 reguläre Sitze im Landtag zur Verfügung. 36 Abgeordnete werden direkt über die Wahlkreise gewählt; weitere Mandate werden über die Landeslisten verteilt.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern durften bei der Landtagswahl erstmals 16- und 17-Jährige abstimmen. Nach Angaben des NDR betrifft das knapp 30.000 zusätzliche potenzielle Erstwählerinnen und Erstwähler.
Prognosen und Ergebnisse am Wahlabend
Für die Einordnung des Wahlabends ist wichtig, zwischen Prognose, Hochrechnung und Ergebnis zu unterscheiden. Eine Prognose basiert unmittelbar nach Schließung der Wahllokale vor allem auf Nachwahlbefragungen. Eine Hochrechnung verarbeitet zusätzlich bereits ausgezählte Stimmen und wird im Laufe des Abends mehrfach aktualisiert. Ein amtliches Ergebnis entsteht erst nach der vollständigen Auszählung und den anschließenden Prüfungen.
Für Berlin werden die Ergebnisse nicht hochgerechnet. Die Landeswahlleitung veröffentlicht laufend die tatsächlich ausgezählten Stimmen. Der erste veröffentlichte Auszählungsstand sollte deshalb nicht mit einer Hochrechnung verwechselt werden. Ab einem Auszählungsstand von etwa zehn Prozent sollen erste Ergebnisse im Internet erscheinen.
Vor dem Wahlsonntag hatte sich in Berlin ein enges Rennen zwischen Linken und CDU abgezeichnet. Im ZDF-Politbarometer Extra vom 17. September lag die Linke bei 22 Prozent, die CDU bei 20 Prozent. Dahinter folgten AfD mit 18 Prozent, Grüne mit 15 Prozent und SPD mit 12 Prozent. Diese Zahlen waren jedoch eine Projektion des damaligen Stimmungsbildes und keine Prognose für den tatsächlichen Wahlausgang.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern war die Ausgangslage eng. Die letzte ZDF-Erhebung vor der Wahl sah die SPD bei 37 Prozent und die AfD bei 36 Prozent. CDU und Grüne lagen mit sechs beziehungsweise fünf Prozent nahe an der Fünf-Prozent-Hürde, die Linke kam auf neun Prozent und das BSW auf vier Prozent. Auch diese Werte waren eine Umfrage und kein Wahlergebnis.
Sobald weitere amtliche Auszählungsstände und belastbare Hochrechnungen vorliegen, können sich die Abstände noch deutlich verändern. Gerade bei Parteien, die nahe an der Fünf-Prozent-Hürde liegen, können wenige Prozentpunkte einen erheblichen Unterschied für die Sitzverteilung machen.
Die Ausgangslage in Berlin
Die Berliner Wahl war bereits vor dem Wahltag von einem engen Rennen geprägt. Die wichtigsten Spitzenkandidaten waren Stefan Evers für die CDU, Steffen Krach für die SPD, Werner Graf für die Grünen, Elif Eralp für die Linke und Kristin Brinker für die AfD. Alexander King trat für das BSW an.
Eine besondere Rolle spielte der Wechsel an der Spitze der Berliner CDU. Kai Wegner, der seit 2023 Regierender Bürgermeister ist, trat nicht erneut als Spitzenkandidat an. Stefan Evers übernahm diese Rolle.
Inhaltlich gehörten vor allem Wohnen und steigende Mieten, Verkehr, Bildung, Sicherheit und die Funktionsfähigkeit der Verwaltung zu den wichtigen Berliner Wahlkampfthemen. Damit ging es für die Wählerinnen und Wähler nicht nur um die Frage, welche Partei stärkste Kraft wird, sondern auch um konkrete Fragen des Alltags in der Hauptstadt.
Die letzte Wahl zum Abgeordnetenhaus fand 2023 als Wiederholungswahl statt. Damals erreichte die CDU 28,2 Prozent, SPD und Grüne kamen jeweils auf 18,4 Prozent, die Linke auf 12,2 Prozent und die AfD auf 9,1 Prozent. Diese Wahl ist die direkte Vergleichsbasis für 2026.
Die Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ihre Stellung verteidigen kann oder ob die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm stärkste Kraft wird. Die letzten Umfragen zeigten dabei keinen sicheren Vorsprung einer Partei.
Für die Regierungsbildung sind zusätzlich kleinere Parteien wichtig. CDU, Grüne und BSW lagen vor der Wahl teilweise nur knapp über oder unter der Fünf-Prozent-Hürde. Dadurch kann sich die mögliche Sitzverteilung erheblich verändern, sobald das tatsächliche Zweitstimmenergebnis feststeht.
Auch die Wahlkampfthemen unterschieden sich teilweise von Berlin. In Mecklenburg-Vorpommern spielten unter anderem Bildung, Wirtschaft, Migration, Energie, bezahlbares Wohnen und innere Sicherheit eine wichtige Rolle.
Wahlbeteiligung und Entwicklungen am Wahltag
In Berlin hatten bis 12 Uhr insgesamt 448.072 Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben. Unter Berücksichtigung der ausgestellten Wahlscheine entsprach das einer Wahlbeteiligung von 27,9 Prozent. Bei der Wiederholungswahl 2023 waren es zum gleichen Zeitpunkt 23,4 Prozent.
In Mecklenburg-Vorpommern lag die Wahlbeteiligung bis 14 Uhr bei 40,7 Prozent. Bei der Landtagswahl 2021 waren es zum gleichen Zeitpunkt 32,5 Prozent. Die damalige Wahl fand allerdings gleichzeitig mit der Bundestagswahl statt, was bei der Einordnung berücksichtigt werden muss.
In Berlin wurden vor der Wahl 823.215 Wahlscheine für die Abgeordnetenhauswahl ausgestellt. Das entspricht 33,9 Prozent der Wahlberechtigten. Diese Zahl bezeichnet ausgestellte Wahlscheine und darf nicht mit der Zahl tatsächlich abgegebener Briefwahlstimmen gleichgesetzt werden.
In Mecklenburg-Vorpommern kam es am Wahltag unter anderem in Rostock zu einer Wahlpanne. Weil der Zugang zu einem Wahllokal in Rostock-Kassebohm zunächst nicht möglich war, wurde vorübergehend ein Bus als Wahllokal genutzt. Nach etwa einer halben Stunde konnte wieder der vorgesehene Wahlraum genutzt werden.
Außerdem berichtete der NDR am Morgen über Fälle, in denen Wahlbenachrichtigungen offenbar nicht angekommen waren. Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht erhalten hatte, konnte unter den entsprechenden Voraussetzungen trotzdem mit einem Ausweisdokument im Wahllokal wählen.
So funktioniert die Sitzverteilung

In Berlin sind für das Abgeordnetenhaus mindestens 130 Sitze vorgesehen. Entscheidend für die proportionale Sitzverteilung sind grundsätzlich die Zweitstimmen. Parteien müssen dabei in der Regel mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erreichen, um bei der Sitzverteilung berücksichtigt zu werden. Zusätzlich können Direktmandate und daraus entstehende Überhang- und Ausgleichsmandate die endgültige Größe des Parlaments beeinflussen. Nach der Wiederholungswahl 2023 bestand das Abgeordnetenhaus aus 159 Abgeordneten.
In Mecklenburg-Vorpommern sind zunächst 71 Sitze vorgesehen. Auch dort spielt die Fünf-Prozent-Hürde eine zentrale Rolle. Für die endgültige Zusammensetzung des Landtags sind sowohl die Wahlkreisergebnisse als auch die Zweitstimmen entscheidend. Durch zusätzliche Mandate kann sich die Zahl der Sitze verändern.
Deshalb lassen sich mögliche Mehrheiten nicht allein aus Prozentwerten einzelner Umfragen ableiten. Entscheidend sind die tatsächlichen Stimmen, die Zahl der Parteien, die die jeweilige Sperrklausel überwinden, und anschließend die daraus resultierende Sitzverteilung.
Was nach der Wahl passiert
Nach Abschluss der Auszählung wird sich in beiden Ländern die Frage der Regierungsbildung stellen. In Berlin ist auf Grundlage der letzten Umfragen nicht von einer Fortsetzung der bisherigen CDU-SPD-Mehrheit auszugehen. Das ZDF hatte sowohl ein Bündnis aus Linke, Grünen und SPD als auch eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD als rechnerisch mögliche Mehrheitsvarianten beschrieben. Ob diese Konstellationen tatsächlich zustande kommen, hängt jedoch vom Wahlergebnis und von den politischen Verhandlungen ab.
In Mecklenburg-Vorpommern hängt die Regierungsbildung ebenfalls stark davon ab, welche Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden und wie viele Sitze die einzelnen Parteien erhalten. Vor der Wahl waren verschiedene Mehrheitskonstellationen denkbar; eine belastbare Aussage ist erst nach dem tatsächlichen Ergebnis möglich.
Die politische Bedeutung reicht dabei über die Landesebene hinaus. Die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind die letzten beiden Landtags- beziehungsweise Abgeordnetenhausentscheidungen dieses Wahljahres und werden deshalb auch bundespolitisch aufmerksam beobachtet.
Wann kommen die endgültigen Ergebnisse?
In Berlin sollen die tatsächlichen Auszählungsergebnisse ab etwa 19:30 Uhr fortlaufend veröffentlicht werden. Das vorläufige Ergebnis der Wahl zum Abgeordnetenhaus und der BVV-Wahlen wird nach Angaben der Landeswahlleitung gegen 1:30 Uhr am Montag, 21. September, erwartet. Das endgültige amtliche Ergebnis wird erst nach der Prüfung und Feststellung durch die zuständigen Wahlorgane vorliegen.
In Mecklenburg-Vorpommern werden nach Schließung der Wahllokale zunächst Prognosen und anschließend Hochrechnungen veröffentlicht. Das vorläufige Ergebnis folgt nach Abschluss der Auszählung. Für den Wahlabend ist deshalb zwischen den ersten Hochrechnungen und dem später festgestellten vorläufigen Ergebnis zu unterscheiden.
Häufige Fragen zur Wahl heute
Was wird heute in Berlin gewählt?
In Berlin werden das Abgeordnetenhaus und in allen zwölf Bezirken die Bezirksverordnetenversammlungen gewählt. Bei der BVV-Wahl dürfen zusätzlich bestimmte in Berlin lebende EU-Bürgerinnen und EU-Bürger abstimmen.
Was wird heute in Mecklenburg-Vorpommern gewählt?
In Mecklenburg-Vorpommern wird ein neuer Landtag gewählt. Für das Landesparlament sind zunächst 71 Sitze vorgesehen; 36 Mandate werden direkt in den Wahlkreisen vergeben.
Was ist der Unterschied zwischen Prognose und Hochrechnung?
Eine Prognose basiert auf Nachwahlbefragungen und wird unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht. Eine Hochrechnung berücksichtigt zusätzlich bereits ausgezählte Stimmen und wird im Laufe des Wahlabends aktualisiert. Keine von beiden ersetzt das amtliche Wahlergebnis.
Wann gibt es die ersten Ergebnisse?
In Berlin sollen ab etwa 19:30 Uhr erste tatsächliche Auszählungsstände veröffentlicht werden. In Mecklenburg-Vorpommern folgen nach der Prognose um 18 Uhr die ersten Hochrechnungen im Laufe des Abends.
Dürfen 16-Jährige bei den Wahlen abstimmen?
Ja. Sowohl in Berlin als auch in Mecklenburg-Vorpommern dürfen 16- und 17-Jährige erstmals an der jeweiligen Landeswahl teilnehmen.
Was bedeutet die Fünf-Prozent-Hürde?
Parteien müssen grundsätzlich mindestens fünf Prozent der maßgeblichen Zweitstimmen erreichen, um bei der Sitzverteilung berücksichtigt zu werden. Deshalb können kleine Veränderungen bei Parteien nahe dieser Grenze die Zusammensetzung eines Parlaments deutlich beeinflussen.
Wie hoch war die Wahlbeteiligung?
In Berlin lag sie bis 12 Uhr bei 27,9 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bis 14 Uhr bei 40,7 Prozent. Beide Werte lagen damit über dem jeweiligen Vergleichswert der vorherigen Wahl, allerdings beziehen sich die Angaben auf unterschiedliche Uhrzeiten.
Wann steht das endgültige Ergebnis fest?
Zunächst werden Prognosen, Hochrechnungen und laufende Auszählungsstände veröffentlicht. Danach folgen die vorläufigen amtlichen Ergebnisse. Das endgültige Ergebnis wird erst nach der Prüfung und Feststellung durch die zuständigen Wahlorgane bekanntgegeben. Für Berlin ist die Verkündung des vorläufigen Ergebnisses gegen 1:30 Uhr am 21. September vorgesehen.
Fazit
Die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bestimmen am 20. September 2026 die Zusammensetzung zweier Landesparlamente. In Berlin geht es um das Abgeordnetenhaus und die zwölf BVV-Wahlen, in Mecklenburg-Vorpommern um den neuen Landtag. Nach einem Wahlkampf mit engen Umfragen richtet sich der Blick nun auf Prognosen, Hochrechnungen und die tatsächlichen Auszählungsergebnisse.
Besonders relevant wird am Wahlabend die Sitzverteilung sein. Erst wenn feststeht, welche Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden und wie viele Mandate sie erhalten, lässt sich seriös beurteilen, welche Mehrheiten und Koalitionen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern möglich sind. Die endgültigen politischen Entscheidungen folgen erst nach der Auszählung und den anschließenden Gesprächen.
